Vorwort - Norwegen - endlich mal

Schon seit Jahren hatte ich die Idee, mal nach Skandinavien zu reisen. Ob nun nach Schweden, Norwegen, Finnland oder Dänemark, egal, der Wunsch ist schon länger da.
Die Reiseführer für alle Länder liegen schon länger im Schrank und sind schon fast nicht mehr aktuell.

Irgendetwas kam immer dazwischen, meist ein USA-Urlaub. Außerdem hörte man von überall die Information, dass Norwegen extrem teuer sein soll, das hat uns auch etwas abgeschreckt.

Nun hat sich der Dollarkurs für uns Europäer verschlechtert, in den USA ist auch alles teurer geworden, konnte man vor Jahren noch für weit unter 700 Euro in die USA reisen und vor Ort ein Hotel für 70 Euro buchen, geht das leider nicht mehr sehr oft. Zudem ist gerade der Südwesten an vielen Orten nur noch überfüllt.

Nach der letzten USA-Reise waren wir vor allem vom Flug sehr genervt, so dass wir uns entschieden haben: 2016 fahren wir mal endlich nach Skandinavien.

Noch ein Grund ist der, dass wir zur Zeit gerade in Schleswig-Holstein leben und es ja nur ein Katzensprung bis Skandinavien ist – also Norwegen wird es im Frühsommer 2016. Die Reise findet ohne Flug und Mietwagen, sondern mit dem eigenen Auto statt.

Kaum hatten wir uns dafür entschieden, suchte ich nach dem passenden Datum, gar nicht so einfach. In Norwegen kann bis in den Juni hinein Winter sein, vor allem natürlich in den Bergen. Ab Mitte/Ende Juni wird es dann aber voll, zum einen haben die Norweger und auch die anderen Skandinavier Sommerfreien, und natürlich lommem auch die Deutschen ab Ende Juni, bei denen Norwegen ein beliebtes Ziel ist.

Ganz klar, wir müssen vor den Sommerferien fahren, dann lieber vom Wetter her Abstriche machen, als im Pulk durch die Landschaft zu fahren und an Hotspots keine Zimmer mehr zu bekommen.

Stichwort Zimmer, das war die nächste Überlegung: Wollen wir in Hotels übernachten oder machen wir, wie in Norwegen wohl so üblich, Camping- bzw. Hüttenurlaub. Camping ist nicht so unseres, also wird es eine Mischung aus Hotels und Hütten. Wir haben nur drei Unterkünfte vorgebucht, den Rest buchen wir dann vor Ort.

Das Reisedatum steht also fest, es geht vom 25.5. bis 18.6.2016 für ca. 3 Wochen nach Norwegen, die Fährfahrt mit der Colorline haben wir zum Frühbucherpreis gebucht. Umbuchen würde 75 Euro kosten, was wir eventuell auch in Anspruch nehmen würden, sollte es uns nicht gefallen, oder das Wetter nicht mitspielen.

Für die erste Nacht, die wir noch in Dänemark verbringen, wird es ein Hotel in Hirtshals, von wo aus die Fähre nach Kristiansand ablegt.

Für den ersten Abend in Norwegen haben wir uns für eine Hütte in Mandal entschieden, dann habe ich auf Anraten einer Bekannten, die sich mit Norwegen gut auskennt, noch drei Nächte am Lysefjord gebucht. Die Hütten der Familie Levik sind immer schnell ausgebucht.

Im Laufe der Vorbereitungen auf die Reise kam uns die Idee, dass wir uns eine Dachbox kaufen könnten, denn wir haben zwar kein kleines Auto, aber auch der Kofferraum des Q5 kommt bei Gepäck für 3,5 Wochen an seine Grenzen. Es muss ja nicht nur Kleidung für jedes Wetter mit, sondern natürlich auch unsere Fotoausrüstung, Campingstühle und einiges an Proviant zum Selberkochen in den Hütten.

Die Planung der Reise wollte ich anfangs so angehen, wie ich das auch bei USA-Reisen mache. Sprich, einen Tagesplan erstellen. Wie sich aber schnell herausstellte, war das gar nicht so einfach. Wenn man sich so gar nicht auskennt, also sucht man sich Hilfe. Was auch nicht so einfach war.

Erstens – es gibt es nicht viele gute Norwegenforen, sondern im Prinzip nur eines. Und ein paar mehr oder weniger gut frequentierte Gruppen bei facebook.

Das heißt, Infos muss man sich stark selber erarbeiten. Ich bekam zwar ein paar sehr gute Infos auch in dem Norwegen-Forum/Gruppe, aber als ich meine Tagesplan-Route dort gepostet habe, wurde ich leider von 1-2 Leuten fast in der Luft zerrissen. Als Antworten hörte ich: „Norwegen muss man spontan fahren, in Norwegen kommt man nur langsam voran, das Wetter kann sich jederzeit ändern, wandern könnt ihr Ende Mai total vergessen, mir stellt es die Nackenhaare auf bei einer solchen Planung“, all so was kam an Argumenten und Antworten.

Sehr gute Tipps gab es nur von 2-3 Leuten, die zudem auch brauchbar waren. Einige Antworten und Anregungen durchaus nachvollziehbar, aber ich plane ja oft und viele USA-Reisen, wo das Vorankommen ähnlich langsam geht und das Wetter auch wechselhaft sein kann.

Nun gut, das Norwegenforum und die Norwegengruppe bei facebook, wo ich noch weniger Infos bekommen habe, sondern eher nur Negatives hörte, scheidet also zur Planungshilfe zu 80% aus.

Einige allgemeine Fragen zu Norwegen wurde ich dort noch los, einige waren sehr hilfreich andere sagen wir mal, auch nicht so hilfreich waren und sich auch als nicht immer richtig herausstellten, wie wir dann vor Ort schnell merkten.

In USA Foren ist man es gewöhnt, dass von allen Seiten gute bis sehr gute Hilfe kommt, daher war ich wohl etwas verwöhnt.

Unter den Leuten in der Facebook Gruppe (wo ich nicht mehr drin bin) gab es auch echt Trolle, die mir das Planen udn fast die Lust nach Norwegen zu reisen irgendwie ein wenig vermiesten, solche trafen wir dann auch vor Ort. Dazu später mehr.

Am Ende stellt sich raus, dass meine Anfangsplanung gar nicht so schlecht gewesen ist, dazu dann mehr im Fazit.

An die Leute, die das hier lesen aus dem Norwegen Forum, bitte nicht sauer sein, ihr könnt ja meinen allerersten Post nachlesen und Euch fragen, wie man sich danach wohl fühlt. Natürlich seid ihr ein tolles Forum, aber etwas Nachsicht mit Norwegen Neulingen stünde einigen sehr gut. :-)

Eine Bekannte, die mir meine Texte für die Reiseberichte korrigiert, war auch schon oft in Norwegen, von der bekam ich auch noch einige hilfreiche Tipps.

Am Ende entschied ich mich aber, mehr oder weniger nach Gefühl zu fahren, es sollte ja im Prinzip eine Erkundungstour werden. Ein paar schöne Landschaften erwandern, ein paar schöne Bilder machen, aber vor allem Urlaub machen und die Zweisamkeit genießen, war das Ziel.

Zweitens – man muss sich, wie man so hörte, voll und ganz auf das Wetter einstellen. Ich hörte immer wieder: „Ende Mai nach Norwegen, das ist viel zu früh, man kann kaum wandern, auch alle schönen Straßen sind noch gesperrt und überhaupt regnet es zu 80%“. Das kam dann auch anders.

Drittens – man findet im Internet immer dieselben Infos von den Hotspots; Preikestolen, Trolltunga, Fjorde, sonst einfach nicht viel. Die Reiseführer gaben auch nicht das Richtige her. Dort werden hauptsächlich die Städte beschrieben, die wir eher auslassen wollten.

Ich konnte dann auch gut loslassen und besorgte mir einfach nur Landkarten, auf denen ich mir die schönen „Nationalen Touristenrouten“ von Norwegen markierte und ließ das Planen sein.

Mitte Mai war dann alles an Vorbereitungen und Einkäufen erledigt, dann hieß es nur noch warten, auf den Tag der Abfahrt.

Der kam dann auch schneller als erwartet.