Tag 7 – Levik – Preikestolen – Levik – 31.05.2016 – Dienstag

Heute ist der Tag, auf den wir uns schon lange gefreut haben: Die Wanderung zum Preikestolen steht an.
Der Wecker klingelt um 06:30 Uhr, ich springe aus dem Bett und gehe zum Fenster, es regnet nicht und ich sehe blaue Stellen, super.
Wir stehen auf und frühstücken eine Kleinigkeit, dann geht es auch schon los.
Von der Hütte aus fahren wir ca. 20 Minuten zum Wanderparkplatz .

Mit uns zusammen startet ein junges Paar, das auch auf dem Hyttegrend übernachtet hat, sie kommen aus Bayern.

Die beiden sind auch mit einem Kombi mit Dachbox unterwegs.

Jetzt kann ich auch kurz auf den Titel der Reise zu sprechen kommen, hier in Norwegen fahren so unglaublich viel Leute mit einer Dachbox rum, so viele habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen. Nicht nur Touristen, sondern auch die Norweger selber, hier hat wirklich jedes 5. Auto eine Dachbox.

Zurück zur Reise, um 08:00 Uhr parken wir auf dem sehr großen Parkplatz an der Preikestolen fjellstue (Berghütte), der bisher nur mit ca. 10 Auto belegt ist. Erst checken wir nicht, wie das mit der Parkgebühr von NOK 60 ist bzw. wo man diese bezahlen muss, aber dann sehen wir die Schranke, mal zahlt, wenn man rausfährt.

Wir schultern unsere Rucksäcke, die mit den Kameras, einigem an Wasser und Proviant heute recht schwer sind. Dann geht es los, immer den Schildern folgend. Wir lassen erst mal die Leute gehen, die mit uns gekommen sind, das Paar aus den Hütten und ein älteres Paar aus Wolfsburg. Dann haben wir den Weg für uns alleine. Das ist sehr schön, das bleibt auch bis kurz vor dem Gipfel so.
Wir können den Weg, der natürlich sehr steil nach oben geht, so gut genießen.

Wir rasten immer wieder, genießen die Aussicht und vor allem das schöne Wetter. Kurz vor dem Ziel kommen uns dann auch einige Leute schon wieder entgegen.
Das letzte Stück hat es dann auch in sich, man muss recht nah am Abgrund laufen, für uns aber kein Problem, dann geht es noch mal berghoch und dann sehen wir ihn schon, den Felsvorsprung, der ausschaut wie eine Kanzel, daher der Name (Priesterstuhl, Pulpit Rock)

Mit uns sind ca. 20 Leute da, im Sommer müssen hier wohl an die 200 Leute sein. Die Vorsaison, der Dienstag und der frühe Aufstieg machen sich bezahlt.

Das junge Paar aus denselben Hütten ist auch schon da, wir machen ein paar Fotos von den beiden, dann noch von einem Schweizer Paar. Um ganz am Rand zu stehen, gibt es eine Warteschlange, na, bei den paar Leute ist es keine richtige Schlange. Aber jeder wartet geduldig, bis die Fotosession beendet ist.

Leider ist die Tageszeit ungünstig, wir müssen die ganze Zeit gegen das Licht fotografieren.

Wir machen auch noch einige Bilder von uns und setzen uns dann eine Weile hin und machen ein Picknick. Einfach herrlich hier oben, und das Wetter traumhaft.

Im Internet haben wir Bilder gesehen von weiter oben auf die Kanzel, also wollen wir die Umgebung erkunden und steigen noch weiter hoch. Von dort hat man einen Blick auf die Kanzel, tatsächlich, es muss aber noch einen anderen Blick geben, aber dazu muss man noch ein ganzes Stück höher laufen.

Wir folgen einer Weile roten Punkten und gehen plötzlich wieder abwärts. Ein Blick auf unser Smartphone klärt uns auf, es gibt noch einen anderen Auf- bzw. Abstieg, na, dann kehren wir nicht wieder um, sondern laufen diesen Weg zurück. Der Vorteil ist, wir sind ganz alleine, denn alle anderen laufen so zurück, wie sie gekommen sind.

Der Weg ist etwas holprig und nicht so gut ausgebaut wie der andere, aber macht Spaß zu laufen.
Leider trifft der dann irgendwann wieder auf den anderen offiziellen Pfad, wo uns Scharen an Menschen entgegen kommen, jetzt laufen sicher gerade 100–200 Leute den Berg hoch.

Das ist kein Spaß mehr. Von hinten drängeln blöde Leute mit ihren Wanderstöcken, von unten kommen hunderte entgegen ohne Rücksicht auf die Leute, die runterkommen. Ein Buss voller Russen oder Osteuropäern, Amerikaner und viele Deutsche sind unterwegs. Wie froh sind wir, dass wir schon so früh oben waren. Sollten wir irgendwann noch einmal wiederkommen, nehmen wir uns vor, schon um 04:00 Uhr aufzustehen.

Dann sind wir auch endlich wohlbehalten um 12:30 Uhr wieder am Parkplatz angekommen.

Wir fahren zurück zur Hütte, und setzen uns dort erstmal für 1 – 2 Stunden auf die Terrasse.

Das war echt eine schöne Wanderung, leider viel zu überlaufen, aber es will nun mal jeder hin, es wird ja auch gehyped wie sonst was.

Nachdem wir wieder zu Kräften gekommen sind, fahren wir noch etwas in der Gegend rum und machen Bilder. Wir fahren auf die kleinen Halbinseln und drehen da eine Runde, schön ist es hier, sehr einsam.

Wir suchen uns am Fjord einen schönen Platz, wo wir unsere Stühle aufstellen und den Rest des Nachmittags genießen.

Am Ende des Tages fahren wir noch mal zum Supermarkt, holen uns frischen Salat und Chicken fürs Abendessen.

Das Chicken bereiten wir in der Actifry zu, essen tun wir auf der Terrasse, so lässt es sich aushalten.

Nach Sunset will ich noch mal zum Fjord runter, ein paar Bilder machen. Machen wir dann auch, bleiben dort bis ca. 23:30 Uhr und es ist immer noch nicht richtig dunkel, als wir wieder zur Hütte fahren.

Das war ein langer und extrem schöner Tag, wir fallen dann nur noch müde ins Bett.

Route Tag 7

Route: Levik - Preistekolen dann noch die Inseln und Jørpeland
Wetter: bis 24° heiter bis wolkig
Sights: Preikestolen
Wanderungen: Preikestolen ca. 7km
Restaurant: selbst gekocht - Chicken + Salat
Unterkunft: Lysefjorden Hyttegrend
Kosten:
Unterkunft: NOK 2940 / 316 € (3 Nächte)
Restaurant: -
Selbstverpflegung: ca. 100 NOK